Michael Roscher begründete mit der Transpersonalen Astrologie (TPA) die wohl bedeutendste und innovativste Strömung der zeitgenössischen westlichen Astrologie. Er schuf ein System, das in seiner Vielschichtigkeit, Kohärenz, Folgerichtigkeit und Nähe zu den astronomischen Gegebenheiten unübertroffen bleibt. Sein erstes Astrologiebuch las er im Alter von zwölf Jahren. Während seines Psychologiestudiums erforschte er die Grundlagen für die in seinem ersten eigenen Buch – „Der Mond“ -  1986 publizierten Erkenntnisse. Im gleichen Jahr gründete er die Schule für Transpersonale Astrologie. In seinen insgesamt 24 astrologischen Büchern, zahlreichen Seminarskripten und Hörbüchern, die er zwischen 1986 und 2005 veröffentlichte, legte er die Grundlagen und Spezialthemen der TPA präzise und dicht, zugleich aber in didaktisch ausgefeilter, metaphorisch brillanter und humorvoller Weise dar. (Schon seine erste Publikation wendet sich ausdrücklich auch an den astrologischen Laien und berücksichtigt in Aufbau und Duktus dessen Fähigkeiten. Im Spätwerk versuchte er noch systematischer, astrologische Erkenntnisse einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dies führte schließlich 1999 neben den zwölf reinen „Fachpublikationen“ zu der Herausgabe der „Persönlichkeitsreihe“. Sie nimmt eine Sonderstellung in seinem Werk ein, weil sie einerseits bestmöglich differenziert und zugleich doch den Bedürfnissen einer großen Leserschaft nach einfachen, eher statisch definierenden Aussagen nachkommt -und damit letztlich dem TPA-Axiom der Veränderlichkeit des Menschen bis zu einem gewissen Grad widerspricht. So entstand eine  - trotz Konzessionen an die althergebrachte Persönlichkeitsastrologie - gelungene, weil differenzierte Verbindung von klassischer „Tierkreiszeichen“-Astrologie mit den essentiellsten TPA-spezifischen Deutungskernen wie der Mondposition, dem Aszendenten und der Gradbedeutungslehre.
Der Leitfaden der systematischen Horoskopinterpretation nach der TPA ist die Gewichtung der Vielfalt aller potentiellen Konstellationen eines Horoskops nach dem Kriterium der Raumzeitspezifität,die den Indivdualitätswert einer Konstellation bestimmt. Das Axiom der Raumzeitspezifität prägte - wie viele andere von Roscher erforschte Grundlagen - die Arbeit und eigenen Systeme zahlreicher Schüler und TPA-naher Astrologen wie Brigitte Hamann (EOA), Werner Völkel und Christopher A. Weidner. Die Trennschärfe der Persönlichkeits- und Ereignisanalysen wird erhöht durch das von ihm erstmals 1986 publizierte Kybernetische Modell, das alle Planeten, angefangen vom Mond als schnellstem und damit persönlich relevantesten bis zum langsamsten und damit überpersönlichsten, dem Pluto, in energetischen Rückkopplungskreisen verbindet. Dieses Modell stellt den vielleicht ersten systemisch-dynamischen Ansatz  zur Interpretation der Kräfte, die sich in den planetaren Energien wiederspiegeln, dar. Seine historische Bedeutung geht aber weit darüber hinaus, wenn man gewahr wird, dass die Hervorhebung des lunaren und damit weiblichen Prinzips als primärem Wirklichkeitszugang eine Revolution in der sonnenstandsorientierten und damit männlich dominierten Astrologie des monotheistisch-patriarchal geprägten Abendlandes bedeutet, die zumindest auf astrologischer Ebene eine Jahrtausende währende Disbalance in der Deutungshierarchie der Energien zurechtrückt. Das unbeirrbare Streben nach Präzision in der astrologischen Differentialdiagnose fand seinen Niederschlag nicht zuletzt in der über Jahrzehnte gewachsenen und in der letzten Publikation vor seinem Tod vollendeten Lehre der Kritischen Grade, die jedem Einzelgrad teils aufgrund der Anwendung physikalischer Analogien (Sinusmodell der KG, u.a.), teils aufgrund empirischer Daten eigene Planetenqualitäten zuordnen. Michael Roscher erschloß mit der Verbindung von Kritischen Graden und Nabodbogen neue Möglichkeiten zur Metagnose und Prognose, die wie das von ihm entwickelte neue Prognoseverfahren der Transitdirektionen, die Resonanzhoroskope und die Arbeit mit den Häuserherrscherkonstellationen die TPA in ihrer absoluten Eigenständigkeit des astrologischen Instrumentariums charakterisieren Neben dieser Vielzahl originärer Methoden,Techniken und Modelle, zeichnet sich die TPA durch einen eigenen philosophisch-ethischen Hintergrund aus,den Michael Roscher in Respekt vor seinen Klienten,
Lesern, Schülern und Kollegen stets in expliziter und nachvollziehbarer Weise darstellte, die jeder wissenschaftlichen Forderung nach Transparenz nachkommt.Die dichteste Beschreibung der TPA-Axiome findet sich in der 1992 veröffentlichten "Praxis der Horoskopinterpretation". Kennzeichnend für sein Menschen- und Weltbild war die Erkenntnis, der Eigenverantwortung des Menschen für sein Handeln, sein Bewusst-Sein und bei entsprechendem Entwicklungs- stand, den die Lehre der TPA zu fördern sucht, auch seine unbewussten Anteile. Aus der aktiven Übernahme dieser Verantwortungen resultieren Fähigkeiten und Möglichkeiten, spirituelle Höherentwicklung herbeizuführen, wobei der Mensch die Freiheit hat, sich in jedem Augenblick neu für oder gegen diese zu entscheiden. "In der Natur gibt es keinerlei Statik...Nichts steht still, alles ist in Bewegung. Warum sollte dies mit unserem Bewußtsein anders sein?" So sah Roscher selbst die "Erleuchtung" nicht als einen unveränderlichen "Endzustand" an. Ein weiteres zentrales und weit über die Astrologie hinausgehendes Anliegen der  „Denkschule“ TPA – und als solche wollte er sie selbst ausdrücklich verstanden wissen – ist es, vor jeder Bewertung zu erkennen. Daher gibt es keine guten und schlechten Konstellationen: „Der Kosmos, das Sein und auch die Astrologie werten niemals“. Ob eine Energie in positiv oder negativ empfundener Form erlebt und/oder gelebt wird, entscheidet allein das Bewusst-Sein. Hier treffen sich im Hintergrund mystische, magische,christliche,buddhhistische und polytheistische Ideen verschiedenster Kulturen und Zeitschnitte, ohne dass Michael Roscher selbst sich jemals zu einer bestimmten Glaubensrichtung ausdrücklich bekannt oder diese in seinen Überlegungen hätte vermitteln wollen. Von seiner intensiven persönlichen Beschäftigung mit Karmalehre und Christentum zeugen lediglich einige Anspielungen und kurze Passagen in seinem Werk. Mit dem Ziel der wertfreien Abstraktion sind auch die von einigen Rezipienten in ihrer Dichtheit bis zur didaktisch motivierten Überzeichnung verkannten, oft als „negativistisch“ bezeichneten Aussagen der TPA – ein bis heute geäußerter Kritikpunkt v.a. an den Kritischen Graden („Todesgrad“) etc. – nur dazu gedacht, in aller Deutlichkeit Problemfelder und Gefährdungen des Lebendigen vorab sichtbar und damit transformierbar zu machen. „Wir werden an uns selbst schuldig, wenn wir unsere besonderen Talente nicht nutzen.“ „Transpersonale Astrologie ist der Versuch, Methoden aufzuzeigen, über die Grenzen unserer maskenhaften Persönlichkeit hinauszugehen.“ Auf der beständigen Suche nach therapeutischen Interventionsmöglichkeiten und Wegen zur Entwicklung, die das seiner Natur nach durch Zeitmangel und reine Wirkung auf den Verstand in seiner Effektivität begrenzte astrologische Beratungsgespräch ergänzen konnten, forschte Michael Roscher zunächst auf  homöopathischem und phytotherapeutischem Gebiet, nutzte parallel und polypragmatisch psychotherapeutische (Hypnotherapie, NLP, Verhaltenstherapie) sowie magische und schamanische Techniken, um den Menschen erfolgreich zu helfen, die mit diesem Auftrag an ihn herantraten.Die Rastlosigkeit und Unerbittlichkeit mit der die Suche ihn vorantrieb,scheint die posthume Benennung dieser von ihm zu Lebzeiten strikt aus dem astrologischen Diskurs ferngehaltenen Arbeitsgebiete hier zu rechtfertigen, genauso, wie sein inniger Wunsch, für andere und sich selbst die Dinge auch bei schwierigsten Aufgabenstellungen und Widrigkeiten zum guten zu wenden.Tatsächlich findet sich schon in seinem ersten Buch der Anklang seiner zeitlebens währenden Auseinandersetzung mit dem schamanisch-polytheistischen Wissen, das unter verschiedensten Namen, konkret in Form bestimmter Trancetechniken und Arbeit mit veränderten Bewusstseinszuständen zum Zweck der Heilung, Zeiten und Kulturen durchströmt. In einer zweiseitigen Passage, die vielleicht  nun im nachhinein ihre besondere Bedeutung enthüllt heißt es hier u.a. (Der Mond,1986,S.62/63)): “Jeder Schamane weiß, dass der Tod alles mit Leben erfüllt. Wie auch das Zeichen Krebs sowohl die Empfängnis als auch das Grab symbolisiert.“ Die Hinwendung zum praktizierten Schamanismus sollte 17 Jahre später in einer eigenen Publikation unter Pseudonym (Robert Salman: Der praktische Schamane,2003) zu Tage treten. In diesem Werk analysiert Roscher nicht nur fundiert die ethnologisch fassbare Natur des Schamanismus, sondern wagt den Schritt in die Umsetzung, indem er Traditionen westlicher Schulen und Magier und hier v. a. die - erstmals in solchem Kontext publiziert - von A.O. Spare und der von ihm entwickelten Sigillenmagie dem modernen Praktiker zugänglich macht und mit der schamanischen Arbeit mit den Kräften verbindet. Den Lehren der TPA und dem Weltbild schamanischer Traditionen folgend trägt die Einzigartigkeit jedes Menschen, jedes Lebens, jedes Momentes das Potential zur Weiterentwicklung in sich. Es überrascht daher kaum, dass Michael Roscher übertriebene Publicity und jeden Guru-Status für seine Person ablehnte. Er arbeitete auf dieser Ebene bewusst im Namenlosen, in dem Wissen, dass die Wege zur Entwicklung unzählig sind wie die Wesenheiten selber. Vielleicht resultierte aus diesem tiefen Respekt vor dem Anderen seine einzigartige Fähigkeit, wertfrei und wirklich im hier und jetzt zu begegnen, Menschen, Denksystemen, Wirklichkeiten. So konnte er auch neue Strukturen erkennen und beschreiben. Seinen eigenen holistischen Postulaten folgend, lebte Michael Roscher trotz oder wegen seiner weit entwickelten Spiritualität ein sehr irdisches und bewegtes Leben. So reiste er viel, v.a. nach Indien. Er war ein sehr vielseitiger, exzellenter Gitarrist, und er malte und zeichnete, u.a. im Stil der Endloszeichnungen von A.O. Spare Bilder aus den Anderswelten. Bei allem wirkte er nie abgehoben, hatte ein offenes Herz für sein Gegenüber, war mitfühlend, geduldig, großzügig und hilfsbereit und lebte bis zur letzten Hingabe die Liebe zum Leben.